Impressionen aus Garching
Bericht zur Veranstaltung in Garching bei München
Nach dreijähriger Pause feierte das Thermografie-Kolloquium als Thermo25 eine erfolgreiche Rückkehr. Über 40 Teilnehmende, aktuelle Forschungsthemen, neue Auswertemethoden und ein intensiver fachlicher Austausch machten die Veranstaltung in Garching zu einem wichtigen Treffpunkt der Thermografie-Community im deutschsprachigen Raum.
Endlich war es so weit: Die Thermo25 fand nach drei Jahren wieder statt. Nach mehreren Jahren mit geringen Teilnehmerzahlen war das diesjährige Thermografie-Kolloquium ein großer Erfolg. Mit einem neuen Namen und einem attraktiven Veranstaltungsort lockte die Konferenz über vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Universitätsstadt Garching bei München.
Über zwei Tage hinweg bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch: Sieben ausstellenden Unternehmen präsentierten ihre neuesten Systeme aus dem Bereich der Thermografie, und in 25 Vorträgen konnten sich die Teilnehmenden sowohl über den aktuellen Stand der Forschung als auch über ein breites Spektrum an Anwendungen informieren.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es durchweg sehr positive Rückmeldungen. Es gelang, eine ausgewogene Mischung aus fundierten Grundlagen, neuesten Entwicklungen und praxisnahen Anwendungen zu bieten. Gleichzeitig blieb ausreichend Raum für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch.
Die Vorträge spiegelten zahlreiche neue Entwicklungen in der Thermografie, aber auch in der Zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) wider. Neue oder weiterentwickelte Fertigungstechnologien wie die additive Fertigung erfordern neue Prüfmethoden. Gleichzeitig eröffnen Automatisierungsplattformen wie Drohnen oder Robotersysteme bisher unzugängliche Anwendungen.
Den größten Fortschritt ermöglichen jedoch neue Auswertemethoden, die aus vorhandenen Daten zusätzliche Informationen gewinnen oder bekannte Ergebnisse durch verbesserte Darstellungsformen für einen breiteren Anwenderkreis zugänglich machen.
Auch in der Thermografie eröffnet der Einsatz künstlicher Intelligenz neue Perspektiven auf die etablierte Aufnahmetechnik. Insbesondere bei einem zentralen Aspekt der Thermografie – der Abhängigkeit der Temperaturmessung von der Oberflächeneigenschaft Emissivität – bieten KI-Methoden entscheidende Vorteile und können die Zuverlässigkeit der Ergebnisse deutlich erhöhen.
In einer eigenen Session zur quantitativen Thermografie erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand von KI- und modellbasierten Auswertemethoden.
Eine wichtige Neuerung der vergangenen Jahre ist die Entwicklung des Konzepts der virtuellen Wellen. Entsprechend war eine Session ausschließlich dieser Methodik gewidmet. Auf der Thermo25 waren nicht nur die Entwickler dieser Methode anwesend, sie präsentierten auch ihre neuesten Ergebnisse und Anwendungen. Gleichzeitig zeigten zahlreiche Beiträge, wie das Konzept von anderen Forschenden aufgegriffen und für neue Einsatzfelder weiterentwickelt wird.
Die virtuellen Wellen übertragen Messergebnisse der Thermografie in eine Wellendarstellung, wie sie im Ultraschall seit langem etabliert ist. Dadurch werden bekannte Ultraschallmethoden wie die synthetische Apertur (SAFT) und Total Focussing (TFM) auch für die Thermografie nutzbar. Zudem sind die Darstellungen für Ultraschallprüfer*innen unmittelbar interpretierbar, ohne ein Umlernen zu erfordern.
Auch Anwendungen der Thermografie außerhalb des industriellen Einsatzes in der ZfP kamen nicht zu kurz. Mehrere Vorträge verdeutlichten den Mehrwert der berührungslosen, bildgebenden Methode für Untersuchungen an Kulturgütern und Kunstwerken.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Lehre: Große Aufmerksamkeit erhielt ein Beitrag zu einem kostengünstigen Thermografie-System. Neue Low-Cost-Kameratypen ermöglichen inzwischen den Aufbau leistungsfähiger Systeme, die auch für Hochschulen mit begrenztem Budget zugänglich sind.
Eine Besonderheit des Veranstaltungsorts Garching ist die enge räumliche Verzahnung von Industrie und Forschung. Auf dem Campus der Technischen Universität München sind neben hochrangigen Forschungseinrichtungen zunehmend auch Unternehmen vertreten. Die angebotenen Laborführungen ermöglichten Einblicke in die ZfP-Labore des Lehrstuhls von Prof. Christian Große und in das Siemens Technology Center (STC) Garching.
Das neu auflebende Interesse an der Thermografie als Prüfmethode zeigte sich nicht nur in der gestiegenen Zahl an Teilnehmenden. Auch über die DGZfP hinaus war das Interesse groß. Die bestehenden Kontakte zu den österreichischen Kolleginnen und Kollegen sowie zum Bundesverband für angewandte Thermografie (VATh) konnten weiter intensiviert werden.
Die hohe Zahl an Teilnehmenden aus Österreich unterstrich, dass sich die Thermo25 wieder als zentrale Veranstaltung im gesamten deutschsprachigen Raum etabliert hat. Im Anschluss an die Konferenz fand die traditionelle Sitzung des Fachausschusses Thermografie (FA TT) statt, bei der bereits erste Planungen für die nächste Veranstaltung aufgenommen wurden. Kritikpunkte wie beengte Platzverhältnisse oder die ungünstige Lage der Ausstellung konnten offen diskutiert und in konkrete Verbesserungsmaßnahmen überführt werden.
Nach der gelungenen Thermo25 richtet sich der Blick bereits nach vorn: Im zweijährigen Rhythmus bietet die Thermo27 die nächste Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Vernetzung und zur gemeinsamen Weiterentwicklung der Thermografie.
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