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Online-Arbeitskreis informiert über die aktuelle Normungsarbeit

Ende November 2023 fand der 22. überregionale Online-Arbeitskreis statt – dieses Mal zum Thema „Wie geht(s) eigentlich Normung“. In vier Fachvorträgen wurden Einblicke in die Welt der nationalen und internationalen Normungsaktivitäten gegeben. Moderiert wurde die Sitzung von den Leitern des Arbeitskreises Berlin, Thomas Heckel (BAM) und Michel Blankschän (DGZfP). 

Impulsvortrag „Normung – „Made in Germany“?“

Thomas Heckel begrüßte die vortragenden Gäste und die 148 online teilnehmenden Zuschauer*innen. 

Im ersten Vortrag stellte Dr. Thomas Wenzel, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DGZfP e.V., die Frage „Ist Normung noch „Made in Germany“?“ und machte auf aktuelle Herausforderungen im Bereich der Normung aufmerksam. So lässt sich ein rückläufiges Interesse der deutschen Industrie an und somit auch ein schwindender Einfluss auf vor allem internationale Regelwerke verzeichnen.

Diese Lücke wird zunehmend durch Player aus dem asiatischen Raum gefüllt. Dadurch werden nationale Innovationen erschwert und bestehende Standards teilweise aufgeweicht. Dies verdeutlicht nochmals die Wichtigkeit einer aktiven Beteiligung bei der Gestaltung nationaler und internationaler Standards. Stellt man den kurzfristigen Aufwänden einer Tätigkeit in Normungsgremien dem langfristigen Nutzen gegenüber, überwiegt dieser klar.


Thomas Wenzel hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Normung – „Made in Germany“?“.
 

Grundlagen zur nationalen, europäischen und internationalen Normungsarbeit

Anschließend präsentierte Dr. Michael Schmitt vom Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) „Grundlagen zur nationalen, europäischen und internationalen Normungsarbeit“. Zum Einstieg veranschaulichte er durch ein vom DIN produziertes Video bildhaft, worum sich das DIN als neutrale Plattform kümmert. Es folgten Erläuterungen zum Aufbau der Gremienstruktur und den Grundsätzen des DIN.

Normung findet heutzutage fast ausschließlich auf europäischer Ebene statt, weshalb eine enge Zusammenarbeit mit dem CEN besteht. Dieses umfasst mit seinen 34 Mitgliedern den gesamten europäischen Wirtschaftsraum sowie zusätzlich die Türkei und Großbritannien. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die nationalen Normen zu harmonisieren und Handelshemmnisse abzubauen. 


Dr. Michael Schmitt bei seinem Vortrag „Grundlagen zur nationalen, europäischen und internationalen Normungsarbeit“.
 

Wie kommt die Expertise in die Norm? 

Es folgte der Beitrag „Wie kommt die Expertise in die Norm?“ von Dr. Franziska Baensch (DIN), in dem sie den Entstehungsprozess einer Norm vorstellte. Dabei gab sie einen detaillierten Einblick in die Abläufe vom Vorschlag zu einem Normungsthema aus der Wirtschaft, über die Erarbeitung in einer Arbeitsgruppe, dem Feedback aus der Öffentlichkeit zum entwickelten Normentwurf, bis hin zur letztendlichen Veröffentlichung der neuen Norm.

Verschiedene Formen der Mitarbeit in der Normung, wie der ab 2024 frei zugängliche Normungsmonitor oder das Normentwurfsportal auf der DIN-Website wurden vorgestellt. Aktuell arbeiten 83 Expert*innen im Normausschuss Materialprüfung (NMP) an 36 aktiven Projekten. Zum Abschluss gab Franziska Baensch noch ein paar hilfreiche Tipps zur Mitwirkung, bezüglich der DIN-Mitgliedschaften und der Kostenbeiträge. 

Erfahrungsbericht aus der Normungsarbeit Ultraschallprüfung

Den letzten Vortrag des Abends hielt Gastgeber Thomas Heckel. In seinem „Erfahrungsbericht aus der Normungsarbeit Ultraschallprüfung“ stellte er fest, dass die ZfP bereits zum größten Teil durch Regelwerke definiert ist. Die Hauptarbeit, vor allem im Bereich der Ultraschallprüfung, findet auf internationaler Ebene statt und dreht sich um das Kommentieren von ISO-Normentwürfen. Er stellte die Organisation der Ultraschall-Gremien sowie einige aktuelle Projekte in diesem Bereich vor. Ein Großteil der Projektleitungen stammt aus Deutschland. 

Zu allen Vorträgen gab es angeregte Diskussionen mit den Teilnehmenden, welche ihre Fragen über den Chat stellen konnten. 

Thomas Heckel bedankte sich bei allen Vortragenden und den zahlreichen Teilnehmenden und beendete die Veranstaltung nach informativen 2,5 Stunden. 

Michel Blankschän
Stellvertretender Leiter Arbeitskreis Berlin

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