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Weg zum Zertifikat

A Nachweis zufriedenstellender Sehfähigkeit

Der Kandidat muss den schriftlichen Nachweis zufrieden stellender Sehfähigkeit, in Übereinstimmung mit den folgenden Anforderungen erbringen:

  1. die Nahsehfähigkeit muss ausreichen, um die Jaeger-Nummer-1-Buchstaben oder Times Roman N 4,5 oder gleichwertige Sehzeichen (mit einer Höhe von 1,6 mm) in einem Abstand von nicht weniger als 30 cm mit mindestens einem Auge, mit oder ohne Sehhilfe, lesen zu können;
  2. das Farbsehvermögen muss ausreichend sein, dass der Kandidat Kontraste zwischen Farben oder Grauschattierungen erkennen und unterscheiden kann, die bei den betreffenden ZfP-Verfahren - wie vom Arbeitgeber festgelegt - benutzt werden.

Die dokumentierten Prüfungen der Nahsehfähigkeit müssen mindestens einmal jährlich durchgeführt werden.

Die erste Überprüfung der Sehfähigkeit hat vor der ersten Qualifizierungsprüfung zu erfolgen.

Bei der Antragstellung ist durch den Arbeitgeber oder den Beauftragten des Arbeitgebers die ausreichende Sehfähigkeit auf dem Zertifizierungsantrag zu bestätigen. Dazu muss das Datum der letzten Sehfähigkeitsüberprüfung eingetragen werden. Der Nachweis der letzten Sehfähigkeitsüberprüfung ist nicht einzureichen, er muss beim Arbeitgeber archiviert werden. 

B Nachweis über industrielle ZfP-Erfahrung

1. Erwerb der industriellen ZfP-Erfahrung unter qualifizierter Aufsicht

Die industrielle Erfahrung ist unter qualifizierter Aufsicht in der Anwendung des ZfP-Verfahrens in dem betroffenen Sektor gewonnene Erfahrung, die von der Zertifizierungsstelle akzeptiert wird, und die notwendig ist, um die Fertigkeiten und Kenntnisse zur Erfüllung der Qualifizierungsvorgaben zu erwerben. Welche Erfahrung von der DPZ anerkannt wird, ist in diesem Abschnitt beschrieben.

Die qualifizierte Aufsicht ist die Beaufsichtigung von Kandidaten beim Erwerb von Erfahrung durch ZfP-Personal, das in demselben Verfahren zertifiziert ist oder durch Personal, das nach Meinung der Zertifizierungsstelle die Kenntnisse, Fertigkeiten, Schulung und Erfahrung besitzt, die zur korrekten Durchführung einer solchen Beaufsichtigung notwendig sind.

Kandidaten, entweder angestellt, selbständig oder arbeitslos, müssen einen überprüfbaren Nachweis vorlegen, dass sie die benötigte Erfahrung unter qualifizierter Aufsicht erworben haben.

Bei angestellten Kandidaten muss der Nachweis über die Erfahrung durch den Arbeitgeber im Zertifizierungsantrag bestätigt werden. Die dokumentierten Nachweise sind nicht bei der DPZ einzureichen, müssen aber beim Arbeitgeber archiviert werden.

Wenn der Kandidat arbeitslos oder aber selbstständig ist, muss die Erklärung zur Erfahrung durch mindestens eine unabhängige Partei bestätigt werden. Folgende Bestätigungen können von der DPZ akzeptiert werden: Bestätigungen durch den ehemaligen Arbeitgeber, Kunden, Auftraggeber, Zeitarbeitsfirmen, Praktika bei anerkannten Schulungsorganisationen usw. 
 

2. Allgemeines

Die Mindesterfahrungszeit in dem Sektor, für den der Kandidat die Zertifizierung beantragt, muss wie in Tabelle 1 angegeben sein, wobei mögliche Reduzierungen unter 2.4. angeführt sind. Wenn ein Kandidat die Zertifizierung in mehr als einem Verfahren anstrebt, dann muss die Gesamterfahrungszeit gleich der Summe dieser Erfahrung in jedem Verfahren sein.

Im Sinne dieses Dokuments umfasst die Arbeitserfahrung umfasst für eine Stufe 2-Zertifizierung Erfahrungszeit in Stufe 1. Wird eine Person direkt und ohne Erfahrungszeit in Stufe 1 für die Stufe 2 qualifiziert, muss die Erfahrungszeit die Summe aus den für die Stufe 1 und Stufe 2 erforderlichen Erfahrungszeiten sein.
In diesem Fall ist keine Reduzierung der Erfahrungszeit erlaubt.

 

Tabelle 1 — Mindestanforderungen an die industrielle ZfP-Erfahrung in Monaten

ZfP-Verfahren Erfahrungszeit in Monaten a
Stufe 1 Stufe 2bei Zugangals Stufe-1-Prüfer Stufe 2bei Direktzugang Stufe 3(DQR/EQR b ≥ Stufe 6) Stufe 3(DQR/EQR b  < Stufe 6)

MT, PT, VT,

RT-S (Stufe 1 und 2)

1 3 4 12 24

AT, ET, LT, RT (Stufe 3), RT-D und RT-F (Stufe 1 und 2), RI, TT, UT

3 9 12 18 36

a Die Arbeitserfahrung beruht auf einer nominellen 40-Stunden-Woche oder der gesetzlichen Wochenarbeitszeit. Arbeitet eine Person mehr als 40 h/Woche, darf ihr die Erfahrungszeit aufgrund der Gesamtstunden angerechnet werden, aber sie ist verpflichtet, Nachweise über diese Erfahrung zu liefern.

b  DQR: Deutscher Qualifikationsrahmen   EQR: Europäischer Qualifikationsrahmen

2.1. Deutscher und Europäischer Qualifikationsrahmen

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) soll höhere Transparenz des deutschen Bildungssystems ermöglichen und damit die Voraussetzung für verbesserte Information und Mobilität aller Bildungsteilnehmer und Beschäftigten schaffen. Das Ziel des Deutschen (DQR) und des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) ist es, Gleichwertigkeiten und Unterschiede von Qualifikationen transparenter zu machen und auf diese Weise Durchlässigkeit zu unterstützen.

Der DQR zielt zum einen auf eine bessere Mobilität von Fachkräften auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Mit seiner Hilfe können berufliche Kompetenzen den acht Stufen des bereits bestehenden Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zugeordnet werden und als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) berücksichtigt der DQR die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems.

Folgende Stufen des DQR/EQR können bei Nachweis eines Abschlusses in einem relevanten Fach von der DPZ für die Reduzierung von Erfahrungszeiten berücksichtigt werden:

Stufe 6; (Bachelor, Meister, Fachwirt und staatlich geprüfter Techniker);

Stufe 7; (Master);

Stufe 8; (Promotion).

Das Fach muss von Bedeutung für das ZfP-Verfahren (Chemie, Mathematik oder Physik) und/oder für den Produkt- oder Industriesektor (Chemie, Metallurgie, Ingenieurswesen usw.) sein .

2.2. Mindestanforderungen an die industrielle ZfP-Erfahrung, die vor der Prüfung erbracht werden muss

Die Mindesterfahrungszeit, die vor der Prüfung im entsprechenden Sektor nachgewiesen werden muss, beträgt 10 %.

 Tabelle 2 — Mindestanforderungen an die industrielle ZfP-Erfahrung, die vor der Prüfung erbracht werden muss

ZfP-Verfahren 10 % der Erfahrungszeit
Stufe 1 Stufe 2bei Zugangals Stufe-1-Prüfer Stufe 2bei Direktzugang

Stufe 3(DQR/EQR a ≥ Stufe 6)

Stufe 3(DQR/EQR a  < Stufe 6)

 Tage

 Tage

 Tage

 Tage

 Tage

 

MT, PT, VT,

RT-S (Stufe 1 und 2)

3 7 10 26 52

AT, ET, LT, RT (Stufe 3), RT-D und RT-F (Stufe 1 und 2), RI, TT, UT

7 19 26 38 76

1 Monat = 21 Tage1 Tag = 8 Stunden

a  DQR: Deutscher Qualifikationsrahmen    EQR: Europäischer Qualifikationsrahmen

Für den Fall, dass ein Teil der Erfahrung erst nach der erfolgreich abgelegten Prüfung gesammelt wird, müssen die Ergebnisse der Prüfung für zwei Jahre oder für die gesamte Erfahrungszeit, die für die betroffenen Verfahren notwendig ist, gültig bleiben, was immer länger ist.

Der Antrag auf Zertifizierung muss innerhalb von zwei Jahren nach der bestandenen Qualifizierungsprüfung bei der DPZ eingereicht werden, auch wenn die geforderten Erfahrungszeiten zur Zertifizierung nicht ausreichen.

2.3. Stufe 3

Verantwortlichkeiten der Stufe 3 erfordern Kenntnisse, die über den technischen Umfang von jedwedem spezifischen ZfP-Verfahren hinausgehen. Diese umfassenden Kenntnisse können durch vielfältige Kombinationen von Ausbildung, Schulung und Erfahrung erbracht werden. Tabelle 1 beschreibt genau die Mindesterfahrung für Kandidaten, die erfolgreich eine technische Schule oder mindestens zwei Jahre eines Ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studiums an einer Fachhochschule oder Universität abgeschlossen haben (DQR/EQR ≥ Stufe 6). Ist dieses nicht der Fall, muss die Dauer mit dem Faktor 2 multipliziert werden (DQR/EQR < Stufe 6).

Im Sinne dieser QSV umfasst die Arbeitserfahrung für eine Stufe 3-Zertifizierung Erfahrungszeit in Stufe 2. Wird eine Person direkt und ohne Erfahrungszeit in Stufe 1 und Stufe 2 für die Stufe 3 qualifiziert, muss die Erfahrungszeit die Summe aus den für die Stufe 2 und Stufe 3 erforderlichen Erfahrungszeiten sein.

Das Fach muss von Bedeutung für das ZfP-Verfahren (Chemie, Mathematik oder Physik) und/oder für den Produkt- oder Industriesektor (Chemie, Metallurgie, Ingenieurswesen usw.) sein.

3. Reduzierungsmöglichkeiten

3.1. Die nachfolgend beschriebenen Reduzierungen der Erfahrungszeiten sind unter der Voraussetzung möglich, dass, wenn mehrere Reduzierungsmöglichkeiten bestehen, die Gesamtreduzierung nicht mehr als 50 % der Erfahrungszeit beträgt.

Jedwede Reduzierung bedarf der Zustimmung der Zertifizierungsstelle.

Wenn eine mögliche Reduzierung der Erfahrungszeiten erwägt wird, kann die Zertifizierungsstelle folgende Aspekte berücksichtigen:

  • die Qualität der Erfahrung kann variieren und Fähigkeiten können in einem Umfeld, in dem umfangreiche Erfahrung vorhanden ist, schneller erlernt werden, und von wesentlicher Bedeutung für die angestrebte Zertifizierung sein;
  • wenn Erfahrung gleichzeitig in zwei oder mehr Oberflächenverfahren z. B. MT, PT und VT gesammelt wird, kann die bei der Anwendung eines ZfP-Verfahrens gesammelte Erfahrung komplementär zu der in einem oder mehreren anderen Oberflächenverfahren gesammelten sein;
  • Erfahrung in einem Sektor eines ZfP-Verfahrens, für das bereits eine Zertifizierung besteht, kann komplementär zu der Erfahrung in anderen Sektoren des gleichen ZfP-Verfahrens sein;
  • das Niveau und die Qualität der Ausbildung eines Kandidaten sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Dieses gilt insbesondere für Stufe 3-Kandidaten, kann aber auch für andere Stufen anwendbar sein.

 

3.2. Eine Anrechnung von Erfahrungszeit darf gleichzeitig in zwei oder mehreren ZfP-Verfahren nach dieser QSV erworben werden, wobei eine Verringerung der gesamten erforderlichen Erfahrungszeit wie folgt festgelegt wird: 

  • zwei Verfahren: Reduzierung der gesamten erforderlichen Zeit um 25 %;
  • drei Verfahren: Reduzierung der gesamten erforderlichen Zeit um 33 %;
  • vier oder mehr Verfahren: Reduzierung der gesamten erforderlichen Zeit um 50 %.

In jedem dieser Fälle muss der Kandidat nachweisen, dass er für jedes der Verfahren, für das er eine Zertifizierung anstrebt, mindestens 50 % der Erfahrungszeit, die in Tabelle 3 gefordert ist, hat.Bei der DPZ gültige Zertifizierungen werden bei der Anrechnung von Erfahrungszeit miteinbezogen.

3.3. In jedem dieser Fälle muss der Kandidat nachweisen, dass er für jedes ZfP-Verfahren / und jede Sektor-Kombination, für die er eine Zertifizierung anstrebt, mindestens die Hälfte der Erfahrung nachweisen kann, und diese darf nie weniger als einen Monat betragen.

3.4. Wenn die beantragte Zertifizierung im Geltungsbereich eingeschränkt ist (z. B. Dickenmessung, oder automatisierte Prüfung), dann darf die Erfahrungszeit um bis zu 50 %, jedoch nicht auf weniger als einen Monat reduziert werden.

4. Anerkannte Programme - Praktika

4.1. Bis zu 50 % der praktischen Erfahrungszeit dürfen durch ein geeignetes Praktikum erworben werden, wobei die Dauer mit einem Faktor von höchstens fünf (5) gewichtet werden darf. Diese Vorgehensweise darf nicht angewendet werden, wenn die beantragte Zertifizierung im Geltungsbereich eingeschränkt ist. Das Praktikum muss auf die praktische Lösung häufig vorkommender Prüfprobleme konzentriert sein und sollte eine aussagekräftige Anzahl zu prüfender Übungsstücke mit bekannten Fehlern umfassen. Das Programm muss von der Zertifizierungsstelle anerkannt sein.

Zur Anerkennung von Programmen muss von der Schulungsorganisation der DPZ vor der erstmaligen Durchführung des Praktikums ein Lehrplan mit Praktikumsinhalten zur Genehmigung vorgelegt werden. Die DPZ überprüft, ob das Programm den Anforderungen entspricht und teilt das Ergebnis der Beurteilung der Schulungsorganisation schriftlich mit. Jede Änderung des Programms ist der DPZ anzuzeigen und es ist eine erneute Genehmigung zu beantragen.

Den Teilnehmern dieser Programme ist eine Teilnahmebescheinigung durch die Schulungsorganisation auszustellen.

Teilnahmebescheinigungen müssen mindestens enthalten:

a) den Nachnamen und den Vornamen des Kandidaten

b) Schulungsorganisation

c) den Ort der Schulung

d) den Zeitraum der Schulung

e) die tatsächliche Anwesenheit des Kandidaten in Tagen

f) das ZfP-Verfahren

g) die Stufe(n)

h) den/die betroffenen Sektor(en)*

i) falls zutreffend, der Geltungsbereich von Einschränkungen in der Anwendung oder Prüftechnik

j) das Ausstellungsdatum der Teilnahmebescheinigung

*) Ist auf den Teilnahmebescheinigungen der Sektor nicht aufgeführt, wurde die Schulung im Sektor Is durchgeführt, Teilnahmebescheinigungen aus dem Ausbildungszentrum Wittenberge gelten für den Sektor Ir.

Für die Zulassung zur Prüfung kann die DPZ nur von ihr anerkannte Programme zulassen.

Tabelle 3 — Mindestanforderungen an Praktika, die vor der Prüfung erbracht werden müssen  

ZfP-Verfahren Praktika alternativ zur 10 %-igen Erfahrungszeit
Stufe 1 Direkteinstieg in Stufe 2

MT, PT, VT, RT-S (Stufe 1 und 2)

1 2

AT, ET, LT, RT-D und RT-F (Stufe 1 und 2), RI (Stufe 2), TT, UT

2 5
1 Tag = 8 Stunden

C Schulungsnachweis

Als Schulungsnachweis gelten Teilnahmebescheinigungen, aus denen hervorgeht, dass der Kandidat die nach DIN EN ISO 9712 und in RT 1 und UT 1 die von der DPZ geforderte Mindestschulung absolviert hat.

5. Schulungsstätten

Für die Planung, Organisation, Verwaltung und Durchführung aller Schulungskurse ist die DGZfP Ausbildung und Training GmbH zuständig und Verantwortlich.

5.1 Schulungszentren der DGZfP Ausbildung und Training GmbH

Schulungskurse finden üblicherweise in den Schulungszentren der DGZfP Ausbildung und Training GmbH statt. Sie können auch in Räumen anderer Firmen oder Institutionen durchgeführt werden. Die Verantwortung für die Organisation und Durchführung liegt dabei ausschließlich bei der DGZfP Ausbildung und Training GmbH.

5.2 Anerkannte Ausbildungs- und Schulungszentren (ANAS)

ANAS haben mit dem DGZfP e.V. einen Vertrag geschlossen, der sie dazu verpflichtet, die Schulung nach den gleichen Regeln durchzuführen, die für die DGZfP Ausbildung und Training GmbH vorgegeben sind. Die Anerkennung wird nach einem Audit ausgesprochen, dass auf der Grundlage der DGZfP-Richtlinie A5, „Richtlinie für Ausbildungsstätten — Mindestanforderungen an Ausstattung und Organisation“ durchgeführt wird. Das Audit wird von Beauftragten des ABAF durchgeführt und alle fünf Jahre wiederholt. Die Anerkennung beschränkt sich auf ausgewählte ZfP-Verfahren, Qualifizierungsstufen und Sektoren. Wirtschaftlich sind die ANAS unabhängig von dem DGZfP e.V.

6. Schulungen

Für alle Stufen muss der Kandidat eine theoretische und praktische Schulung erfolgreich ablegen.Die Mindestdauer, die ein Kandidat für die Zertifizierung absolvieren muss, ist in Tabelle 4 für das jeweilige ZfP-Verfahren angegeben.Schulungszeiten umfassen sowohl praktischen als auch theoretischen Unterricht.

Tabelle 4 - Mindestanforderungen an die Schulung

Verfahren

Stufe 1

(Stunden)

Stufe 2

(Stunden)

Stufe 3

(Stunden)

AT

40 64 48

RT-S

32 32 -

ET

40 48 48
LT B-Druckmethode 24 32 32
C-Gasmethode 24 40 40
Gesamt ( B + C) 48 72 72

MT

16 24 32

PT

16 24 24

RT-D und RT-F

72 a 80 40

RI  (nur 1 Produktsektor; z. B. Pw)

- 56 -

TT b

Aktiv 

- 40 -

Passiv 

- 40 -

Gesamt 

40 80 40

UT

64 a 80 40

VT

16 24 24

BC (Grundlagen-Kenntnisse)

- - 80

a) Abweichend von den Vorgaben der DIN EN ISO 9712 werden in RT und UT mehr Schulungszeiten für die Zertifizierung von der DPZ gefordert.(DIN EN ISO 9712:2012-12, Nationales Vorwort: Der Arbeitsausschuss NA 062-08-21 AA „Qualifizierung und Zertifizierung von Personal der zerstörungsfreien Prüfung“ empfiehlt, abweichend von der vorliegenden Norm, eine Schulungszeit von 72 h bei RT1 und von 64 h bei UT1 nicht zu unterschreiten.)
Siehe auch DAkkS-Dokument 71 SD 6 045 3.1.2.

b) Thermografie wird von der DPZ in die Techniken „Aktive Thermografie“ und „Passive Thermografie“ unterteilt.

Für den direkten Zugang zur Stufe 2 müssen die Gesamtstunden für Stufe 1 und Stufe 2 nachgewiesen werden.

Für den direkten Zugang zur Stufe 3 müssen die Gesamtstunden für Stufe 1, Stufe 2 und Stufe 3 nachgewiesen werden.

6.1 Reduzierungen von Schulungszeiten

Jede Reduzierung bedarf der Zustimmung der DPZ. Die nachfolgend beschriebenen Reduzierungen von Schulungszeiten sind nur unter der Vorgabe möglich, dass, wenn mehrere Reduzierungsmöglichkeiten anwendbar sind, die Gesamtreduzierung nicht mehr als 50 % der Schulungsdauer betragen darf.

6.2 Reduzierungen bei eingeschränkter Zertifizierung

Wenn für Stufe 1 und Stufe 2 eine Zertifizierung, eingeschränkt in der Anwendung oder Prüftechnik, angestrebt wird, darf die Schulungszeit um bis zu 50 % reduziert werden.

Beispiele für Anwendungen:

  • Automatisierte ET-Prüfung von Langprodukten, Rohren und Drähten
  • Automatisierte UT-Prüfung von Langprodukten, Rohren und Drähten
  • UT-Wanddicken- und Schichtdickenmessung von gewalzten Stahlblechen

Beispiel für Prüftechniken:

  • UT-Tauchtechnik

6.3 Weitere Reduzierungen — gültig für alle Stufen

Streben Kandidaten die Zertifizierung in mehr als einem Verfahren an oder sind bereits in einem oder mehreren Verfahren zertifiziert und wollen in einem oder mehreren weiteren Verfahren zertifiziert werden, darf die Gesamtstundenzahl der Schulung für diese Verfahren in Übereinstimmung mit den Lehrplänen reduziert werden, wenn in diesen Lehrplänen bestimmte Lehrinhalte doppelt aufgeführt sind.

Kandidaten, die den Abschluss in einem relevanten Fach einer technischen Hochschule oder Universität haben oder mindestens zwei Jahre eines Relevanten Ingenieur- oder Naturwissenschaftsstudiums an einer Hochschule oder Universität abgeschlossen haben, darf die Gesamtstundenzahl der Schulungsstunden um bis zu 50 % reduziert werden.

6.3.1 Vergleichbarkeit von Abschlüssen

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) soll höhere Transparenz des deutschen Bildungssystems ermöglichen und damit die Voraussetzung für verbesserte Information und Mobilität aller Bildungsteilnehmer und Beschäftigten schaffen. Das Ziel des Deutschen (DQR) und des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) ist es, Gleichwertigkeiten und Unterschiede von Qualifikationen transparenter zu machen und auf diese Weise Durchlässigkeit zu unterstützen.

Der DQR zielt zum einen auf eine bessere Mobilität von Fachkräften auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Mit seiner Hilfe können berufliche Kompetenzen den acht Stufen des bereits bestehenden Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zugeordnet werden und als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) berücksichtigt der DQR die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems.

Folgende Stufen des DQR/EQR können bei Nachweis eines Abschlusses in einem relevanten Fach von der DPZ für die Reduzierung von Schulungszeiten berücksichtigt werden:

Stufe 6; (Bachelor, Meister, Fachwirt und Techniker);

Stufe 7; (Master, Dipl.-Ing.);

Stufe 8; (Promotion).

6.3.2 Relevante Fachrichtungen

Fachrichtungen die für die Zertifizierung berücksichtigt werden können, sind Ingenieurs- und Naturwissenschaften.

Das Fach muss von Bedeutung für das ZfP-Verfahren (Chemie, Mathematik oder Physik) und/oder für den Produkt- oder Industriesektor (Chemie, Metallurgie, Ingenieurswesen usw.) sein.

Bei der erstmaligen Anmeldung zur Schulung, jedoch spätestens bei Beantragung der Zertifizierung ist ein Nachweis über den Abschluss einzureichen. Die DPZ entscheidet im Einzelfall, ob aufgrund dieses Abschlusses eine Reduzierung der Schulung möglich ist.

7. Teilnahmebescheinigungen

Kandidaten erhalten nach der Schulung eine Teilnahmebescheinigung. Teilnahmebescheinigungen müssen mindestens enthalten:

a) den Nachnamen und den Vornamen des Kandidaten

b) Schulungsorganisation

c) den Ort der Schulung

d) den Zeitraum der Schulung

e) die tatsächliche Anwesenheit des Kandidaten in Stunden

f) das ZfP-Verfahren

g) die Stufe(n)

h) den/die betroffenen Sektor(en)

i) falls zutreffend, der Geltungsbereich von Einschränkungen in der Anwendung oder Prüftechnik

j) das Ausstellungsdatum der Teilnahmebescheinigung

Der Kandidat muss mit Teilnahmebescheinigungen nachweisen, dass er eine Schulung im Verfahren und in der Stufe, für die er seine Zertifizierung anstrebt, erfolgreich abgeschlossen hat. Erfolgreich bedeutet, dass er die für die Zertifizierung erforderlichen Mindestzeiten nachweisen kann.

Kandidaten, die die erforderlichen Mindestschulungszeiten nicht nachweisen können, sind nicht zur Prüfung zugelassen und können nicht zertifiziert werden.

8. Anerkennung von Schulungskursen

Folgende Schulungskurse werden von der DPZ für die Zertifizierung anerkannt, wenn für diese Schulungskurse Teilnahmebescheinigungen vorliegen und die Mindestanforderungen an die Schulungszeiten erfüllt sind:

a) Schulungskurse durchgeführt durch die DGZfP Ausbildung und Training GmbH in deren Schulungszentren oder Außenstellen;

b) Schulungskurse durchgeführt durch ANAS der DGZfP e.V.;

c) Schulungskurse durchgeführt von Schulungsorganisationen die im Rahmen eines gesonderten Verfahrens durch die DPZ anerkannt wurden;

Kopien der Teilnahmebescheinigungen ausgestellt von unter c) genannten Organisationen müssen der DPZ vorgelegt werden. Die DPZ stellt bei diesen Organisationen eine Anfrage. Erst wenn die Richtigkeit der Teilnahmebescheinigung durch die Organisation bestätigt wurde, kann sie für die Zertifizierung berücksichtigt werden. Alle Schulungsorganisationen, die von der DPZ anerkannte Schulungen durchführen, sind im Internet veröffentlicht. Teilnahmebescheinigungen, die von anderen als den oben genannten Schulungsstätten ausgestellt wurden, können von der DPZ nicht zur Zertifizierung berücksichtigt werden.

9. Lehrinhalte von Schulungskursen

Folgende durch die DPZ genehmigte Lehrpläne gelten für Schulungen des DGZfP e.V., der DGZfP Ausbildung und Training GmbH und den ANAS:

D Qualifizierungsprüfung

Die Qualifizierungsprüfung liegt in der Verantwortung der unabhängigen Zertifizierungsstelle DPZ. Mit der bestandenen Prüfung werden die allgemeinen und speziellen Kenntnisse sowie die für den praktischen Einsatz erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse des Kandidaten nachgewiesen.

Die DPZ bietet Prüfungen in den Stufen 1, 2 oder 3 für die folgenden ZfP-Verfahren an:

  • AT - Schallemissionsprüfung
  • DR - Digitale Radiologie (nur in den Stufen 1 und 2)
  • ET - Wirbelstromprüfung
  • LT - Dichtheitsprüfung
  • MT - Magnetpulverprüfung
  • PT - Eindringprüfung
  • RI - Filmauswertung von Schweißnahtaufnahmen (entspricht Stufe 2)
  • RT - Durchstrahlungsprüfung
  • TT - Thermografieprüfung
  • UT - Ultraschallprüfung
  • VT - Sichtprüfung

Die Termine und Preise werden im aktuellen Kursusprogramm der DGZfP, im Internet (siehe Ausbildung) oder in speziellen Ankündigungen veröffentlicht, können aber auch bei Frau Bachmann - 030 67807-133 - telefonisch erfragt werden.

Für den nicht geregelten Bereich kann auch auf der Grundlage bestandener Prüfungen zertifiziert werden, die von anderen von der DAkkS (ehemals DGA, ehemals TGA) nach EN ISO/IEC 17024 akkreditierten Zertifizierungsstellen durchgeführt worden sind.

 Sektoren

Die Qualifizierungsprüfungen werden in bestimmten, nach DIN EN ISO 9712 vorgegebenen Produkt- oder Industriesektoren durchgeführt. (Gültig ab dem 01.01.2013) 

Sektoren nach DIN EN ISO 9712, Anwendung ab dem 01.01.2013:

Produktsektoren
Pc Gussstücke (c) Eisen- und Nichteisenwerkstoffe
Pf  Schmiedestücke (f)  Alle Arten von Schmiedestücken, Eisen- und Nichteisenwerkstoffe
Pw Geschweißte Produkte (w)  Alle Arten von Schweißverbindungen, eingeschlossen Lötungen, für Eisen- und Nichteisenwerkstoffe
Pt Rohre und Rohrleitungen (t) Nahtlos, geschweißt, Eisen- und Nichteisenwerkstoffe, einschließlich von Flachprodukten für die Herstellung von geschweißten Rohren
Pwp Walzerzeugnisse (wp) Außer Schmiedestücke (z. B. Flachprodukte, Stangen, Stäbe)
Industriesektoren
Im Herstellung Enthält die Sektoren Pc, Pf, Pt und Pwp
Is Dienstleistungsprüfung bei Fertigung und Instandhaltung (eingeschlossen Herstellung)Enthält die Sektoren Pc, Pf, Pw, Pt und Pwp
Ir Eisenbahn-InstandhaltungEnthält die Sektoren Pc, Pf, Pw und Pwp
Ia Luft- und RaumfahrtEnthält die Sektoren Pc, Pf, Pw, Pt und Pwp
Thermografie-Techniken
TA Aktive Thermografie
TP Passive Thermografie:TB - Bau, einschließlich Leitungs- und LeckortungTE - ElektrotechnikTI - Industrie
TAP Aktive und Passive Thermografie

Sektoren nach DIN EN 473, Anwendung bis zum 31.12.2012:

Produktsektoren
1 Gussstücke
2 Schmiedestücke
3 geschweisste Produkte
4 Rohre
5 Walzerzeugnisse
Industriesektoren(enthalten mehrere Produktsektoren)
6 Metallerzeugung und Herstellung
7 Dienstleistungen an Ausrüstungen, Anlagen und Bauwerken
8 Luft- und Raumfahrt
9 Eisenbahn-Instandhaltung

Für den Geltungsbereich der DGR müssen die Qualifizierungsprüfungen in den Sektoren Pw oder Is (eingeschlossen Poduktsektor Pw) abgelegt worden sein.

 

E1 Der Zertifizierungsantrag

Der Zertifizierungsantrag wird durch die DPZ als editierbares PDF im Internet zur verfügung gestellt. Sind alle Anforderungen A bis D erfüllt und erkennt der Kandidat mit seiner Unterschrift die berufsethischen Regeln an, wird ein Zertifikat im A4-Format und eine Ausweiskarte ausgestellt. Das A4-Zertifikat gilt immer nur für ein ZfP-Verfahren und eine Qualifizierungsstufe. Auf der Ausweiskarte sind alle gültigen Zertifizierungen zusammengefasst. Die Zertifizierungsgebühren sind grundsätzlich seit 1999 in den DGZfP-Prüfungsgebühren enthalten.

Die Laufzeit des Zertifikates beginnt mit dem Ausstellungsdatum.

Eine Zertifizierung ist auch nachträglich möglich. Sie muss jedoch innerhalb von 2 Jahren nach der Prüfung beantragt werden. Wer diese Frist versäumt, muss die Qualifizierungsprüfung erneut ablegen.

Achtung:

Wird die Erfahrung erst nach der erfolgreich bestandenen Prüfung gesammelt, bleiben die Ergebnisse der Prüfung für zwei Jahre oder für die gesamte Erfahrungszeit gültig, die für die betroffenen Verfahren notwendig ist, was immer länger ist. Damit die Prüfung nicht erneut abgelegt werden muss, muss der Antrag auf Zertifizierung innerhalb von zwei Jahren nach der bestandenen Qualifizierungsprüfung bei der DPZ eingereicht werden, auch wenn die geforderten Erfahrungszeiten zur Zertifizierung nicht ausreichen.

Der Antragsteller und die zertifizierte Person müssen die Eintragungen auf dem Ausweis und dem Zertifikat auf Richtigkeit prüfen, bevor diese als Zertifizierungsnachweis verwendet werden. Fehlerhafte Ausweise und Urkunden sind mit Korrekturvermerken im Original an die DPZ zurückzusenden.

E2

Auch wenn die Prüfung bei anderen von der ZLS notifizierten und der DAkkS (früher TGA und DGA) akkreditierten Zertifizierungsstellen abgelegt worden ist, kann die DPZ ein Zertifikat ausstellen. Wird das Zertifikat auch oder ausschließlich für den Geltungsbereich der DGR beantragt, müssen zusätzlich zu den unter E1 auf geführten Bedingungen die aus den Blöcken F oder G erfüllt werden.