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Sehfähigkeit

1. Anforderungen der DIN EN ISO 9712 an die Sehfähigkeit – alle Stufen

Der Kandidat muss den schriftlichen Nachweis zufriedenstellender Sehfähigkeit, in Übereinstimmung mit den folgenden Anforderungen erbringen:

a) die Nahsehfähigkeit muss ausreichen, um die Jaeger-Nummer-1-Buchstaben oder Times Roman 4,5 oder gleichwertige Sehzeichen (mit einer Höhe von 1,6 mm) in einem Abstand von nicht weniger als 30 cm mit mindestens einem Auge, mit oder ohne Sehhilfe, lesen zu können;

b) das Farbsehvermögen muss ausreichend sein, sodass der Kandidat Farb- oder Graustufenkontraste unterscheiden und differenzieren kann, die bei der Anwendung des betreffenden ZfP-Verfahrens, wie vom Arbeitgeber festgelegt, von Bedeutung sind.

Die DGZfP Personalzertifizierungsstelle (DPZ) darf den Ersatz der Anforderungen unter a) durch die Erfüllung einer geeigneten Alternative in Betracht ziehen.

Die Prüfungen der Nahsehfähigkeit müssen nach der Zertifizierung mindestens einmal jährlich durchgeführt und durch den Arbeitgeber bestätigt werden. Die Bestätigung erfolgt auf dem Zertifizierungsantrag.

   Sehfähigkeitsbescheinigung (als editierbares PDF ) [Diese Sehfähigkeitsbescheinigung kann genutzt werden, wenn keine anderen Dokumente zur Verfügung stehen.]

Sehfähigkeitsbescheinigung: Muster 1, Muster 2

2. Nahsehschärfe

Die Überprüfung der Nahsehschärfe muss jährlich durchgeführt werden. Dies gilt für alle ZfP-Verfahren, ZfP-Techniken, Sektoren und Stufen.

Von der DPZ anerkannte Sehzeichen (Optotypen) zur Durchführung der Untersuchung:

  • Jaeger-Nummer-1-Buchstaben,
  • Times Roman 4,5 oder gleichwertige Sehzeichen (mit einer Höhe von 1,6 mm),
  • Landolt-Ringe,
  • E-Haken,
  • Sloan-Buchstaben.

Weitere Sehzeichen können nach Überprüfung durch den technischen Leiter der Zertifizierungsstelle zugelassen werden.

3. Weitere Untersuchungen (Farbsehfähigkeit, Graustufenerkennbarkeit, usw.)

Es ist vom Arbeitgeber in einer Verfahrensanweisung festzulegen, in welchen ZfP-Verfahren und –Techniken weitergehende Sektor– oder arbeitsplatzspezifische Anforderungen an das Sehvermögen gestellt werden, ob die Überprüfung einmalig oder regelmäßig durchzuführen und in welchen Abständen die Überprüfung durchzuführen ist und wer diese Überprüfungen durchführen darf.

4. Durchführung der Überprüfung und Bescheinigung der Sehfähigkeit

Die Nahsehfähigkeit muss erstmalig vor der Qualifizierungsprüfung, bzw. vor Beginn einer entsprechenden Tätigkeit und dann einmal pro Kalenderjahr untersucht werden und wenn der Verdacht einer Änderung besteht.

Der für die Überprüfung der Sehfähigkeit Verantwortliche hat die Untersuchung zu veranlassen. Der Arbeitgeber oder die von Ihm beauftragte Person teilt dem Untersuchendem mit, ob und welche besonderen Anforderungen, die über die Mindestanforderungen hinausgehen, an die Sehfähigkeit des Prüfers gestellt werden.

Bei der Durchführung der Untersuchungen sollten die monokular (mit einem Auge) und binokular (mit beiden Augen) erreichte Sehschärfe, ohne oder mit Korrektion (Sehhilfe) dokumentiert werden, ebenfalls die Prüfentfernungen.

Für die Archivierung der Überprüfung durch den Arbeitgeber kann das Formblatt der DPZ genutzt werden.

5. Weitere Anforderungen

Der Arbeitgeber muss den Kandidaten bei der Zertifizierungsstelle oder bei der autorisierten Qualifizierungsstelle anmelden und die Gültigkeit der vorgelegten personenbezogenen Angaben bestätigen. Diese Information muss eine Erklärung über die für die Zulassung des Kandidaten erforderliche Sehfähigkeit beinhalten.

In Bezug auf das zertifizierte Personal, das ihm unterstellt ist, ist der Arbeitgeber verantwortlich für die Sicherstellung, dass die Anforderung an die Nahsehfähigkeit jährlich erfüllt ist.

Kandidaten, entweder angestellt, selbständig oder arbeitslos, müssen einen schriftlichen Nachweis über die Sehfähigkeit vorlegen, der den Anforderungen der DIN EN ISO 9712 genügt.

Zertifikatsinhaber müssen sich einer jährlichen Sehfähigkeitsüberprüfung in Übereinstimmung mit ISO 9712, 7.4. a) unterziehen und die Testergebnisse dem Arbeitgeber vorlegen.

Der Kandidat muss die Mindestanforderungen an die Sehfähigkeit vor der Qualifizierungsprüfung erfüllen.

Nach der Zertifizierung müssen die dokumentierten Prüfungen der Nahsehfähigkeit mindestens einmal jährlich durchgeführt und durch den Arbeitgeber bestätigt werden.

Die Sehfähigkeitsbescheinigungen verbleiben beim Arbeitgeber. Liegen die Bescheinigungen der jährlich durchzuführenden Überprüfungen nicht vor oder können auf Verlangen nicht nachgewiesen werden, wird die Zertifizierung ungültig.

6. Literatur

1. DIN EN ISO 8596 (2009) Augenoptik – Sehschärfeprüfung – Das Normsehzeichen und seine Darbietung.
    ISO 8596 (2009) Ophthalmic optics – Visual acuity testing – Standard optotype and its presentation.

2. DIN 58220-3 (2013) Sehschärfebestimmung – Teil 3: Prüfung für Gutachten.

3. DIN 58220-5 (2013) Sehschärfebestimmung – Teil 5: Allgemeiner Sehtest.

4. DIN 58220-6 (2013) Sehschärfebestimmung – Teil 6: Straßenverkehrsbezogener Sehtest.

5. DIN 58220-7 (2013) Sehschärfebestimmung – Teil 7: Mesopisches Kontrastsehen, ohne und mit Blendung, für straßenverkehrsbezogene Testung.

6. Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zur Qualitätssicherung bei sinnesphysiologischen Untersuchungen und Geräten

7. International Council of Ophtalmology - Visual Acuity Measurement Standard

8. NAndtB/24 – Near Vision Standard

9. UK NANDTB Vision Charts

10. Beuth-Verlag: ISO 18490:2015-06 und prEN ISO 18490:2013-06