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Die Gültigkeitsdauer

Die Gültigkeit der Einzelzertifizierung beträgt in jeder Stufe maximal 5 Jahre. Danach sind Erneuerung und nach weiteren 5 Jahren Rezertifizierung möglich. Wenn die Zertifizierung durch ein zusätzliches Verfahren erweitert werden soll, wird ein neues Zertifikat und eine neue Ausweiskarte ausgestellt. Die Ablaufdaten früherer Zertifizierungen bleiben hierdurch unverändert.

Das Zertifikat ist nur gültig unter der Bedingung, dass der Inhaber über einen aktuellen Nachweis zufriedenstellender Sehfähigkeit verfügt. Bei einem Wechsel in einen nicht zertifizierten Industriesektor oder bei einer Unterbrechung der ZfP-Tätigkeit für mehr als 12 Monate (Fehlzeiten zusammengerechnet, ohne Urlaub) verliert das Zertifikat seine Gültigkeit.


 Die Erneuerung

Nach Ablauf von 5 Jahren vom Ausstellungsdatum bzw. vom letzten Rezertifizierungsdatum an gerechnet, kann das Zertifikat erneuert werden. Dazu ist ein Antragsformular vollständig ausgefüllt mit einem aktuellen Passbild (nicht älter als 10 Jahre) einzureichen. Vom Vorgesetzten oder einem Bevollmächtigten des Arbeitgebers ist auf dem Antragsformular zu bestätigen, dass Nachweise über zufriedenstellende Sehfähigkeit und fortgesetzte berufliche Tätigkeit vorliegen. Eine Kopie des aktuellen Sehtests ist dem Antrag beizufügen.

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 10]


Die Rezertifizierung

Nach Ablauf von 10 Jahren, vom ersten Austellungsdatum an gerechnet, ist zur Aufrechterhaltung der Gültigkeit eine Rezertifizierung erforderlich. Zusätzlich zu den Bedingungen, die für die Erneuerung gelten, ist eine Rezertifizierungsprüfung erfolgreich abzulegen. Fünf Jahre nach der Rezertifizierung kann die Gültigkeit wieder mit der Erneuerung zyklisch verlängert werden.

Stufe 1 und Stufe 2:

Es ist eine praktische Prüfung abzulegen, die in ihrem Umfang der regulären praktischen Prüfung entspricht.

Stufe 3:

1. Schriftliche Prüfung + Nachweis fortgesetzter praktischer Fähigkeit

2. Schriftliche Prüfung + Praktische Prüfung

3. Strukturiertes Kreditsystem + Praktische Prüfung

Rezertifizierungsprüfungen finden in regelmäßigen Abständen in den Ausbildungszentren der DGZfP statt und können bei einer entsprechenden Teilnehmerzahl auch im Haus des Antragstellers durchgeführt werden.

   Auswahl der Kombination (als editierbares PDF )

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 11]


Voraussetzungen für die Zertifizierung in der Stufe 3

Für die Zertifizierung in der Stufe 3 müssen mehrere Schulungen und Prüfungen abgelegt werden. Ist man nicht in der Stufe 2 in dem angestrebten Verfahren zertifiziert, muss eine praktische Prüfung der Stufe 2 ohne Erstellung einer Prüfanweisung ablegt und bestanden werden. Außerdem muss der Grundlagenkursus der Stufe 3 (BC 3) mit anschließender Prüfung erfolgreich abgelegt werden. Der BC 3 besteht aus den Prüfungsteilen A, B und C. Abschließend muss der Kursus der Stufe 3 im Hauptverfahren mit anschließender erfolgreich abgeschlossener Prüfung erfolgen. Die Prüfung im Hauptverfahren besteht aus den Teilen D, E und F.



Beispiel der erforderlichen Schulungen und Prüfungen für das Verfahren UT:

Zertifizierung UT 3 = UT 2 F + BC 3 + UT 3

Es wird empfohlen, erst die Prüfung der Grundlagenkenntnisse (BC 3 Q)abzulegen, die unter der Voraussetzung gültig bleibt, dass danach innerhalb von 5 Jahren die erste Prüfung im Hauptverfahren abgelegt wird. Ein Kandidat mit gültigem Stufe 3-Zertifikat ist von der Wiederholung der Prüfung der Grundlagenkenntnisse befreit.






 

Achtung! Ablaufdatum!



Die Unterlagen für die Erneuerung oder Rezertifizierung sind innerhalb von sechs Monaten vor Ablaufdatum der Zertifizierung einzureichen (spätestens ca. 6 Wochen bevor das noch gültige Zertifikat abgelaufen ist). Anträge, die nach Ablauf der Gültigkeit eingehen, können nicht mehr bearbeitet werden. Es gelten dann die Bedingungen der Erstzertifizierung. 







[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 10]

 


 

Durchstrahlungsprüfung und Strahlenschutz

Sofern durch nationale Vorschriften nichts anders festgelegt wurde, muss für das Verfahren Durchstrahlungsprüfung eine zusätzliche Prüfung für den Strahlenschutz abgelegt werden.

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 8.2.1, 2. Absatz]


Aberkennung von Zertifizierungen

Gefälschte oder missbräuchlich verwendete Zertifikate werden von der DPZ für ungültig erklärt. Gleiches gilt auch für versehentlich falsch ausgestellte Zertifikate, falls diese nicht an die DPZ zurückgegeben wurden.

Als Missbrauch werden nach DIN EN ISO 9712 z. B. inkorrekte Hinweise auf Zertifizierungssysteme oder irreführende Verwendung von Zertifikaten in Werbung, Katalogen usw. angesehen.

Die DPZ hat das Recht, Ungültigkeitserklärungen zu veröffentlichen. Für ungültig erklärte Zertifikate müssen von der DPZ weder erneuert noch rezertifiziert werden, auch nicht teilweise.


Die Informationspflicht

Änderungen des Namens oder der Adresse der zertifizierten Person sowie der Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber sind der DPZ bekannt zu machen.


Veröffentlichungen

Um Missbrauch entgegenzuwirken, behält sich die DPZ vor, Zertifikatslisten zu veröffentlichen.

Von der Anmeldung des Kurses bis zur Rezertifizierung

1. Anmeldung zum Kursus und zur Prüfung

Anmeldeformular, Kopie des aktuellen Sehtests und Kopie des Diploms, Meisterbriefs oder Technikerzeugnisses einreichen.

2. Zulassung zur Prüfung

Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

   Nachweis Sehfähigkeit und ZfP-Erfahrung (als editierbares PDF )

3. Erfolgreiche Teilnahme an der Prüfung

Zulassungsvoraussetzung (siehe 2.): Mindestanforderungen an die Sehfähigkeit erfüllt und erfolgreich an der Schulung teilgenommen, Nachweis von mindestens 10 % der geforderten Erfahrungszeit.

4. Antrag auf Zertifizierung

Zulassungsvoraussetzung: Nachweis der gesamten geforderten Erfahrungszeit.

Für den Fall, dass ein Teil der Erfahrung erst nach der erfolgreich abgelegten Prüfung gesammelt wird, bleiben die Ergebnisse der Prüfung für zwei Jahre oder für die gesamte Erfahrungszeit, die für die betroffenen Verfahren notwendig ist, gültig, was immer länger ist. Der Antrag muss bei der Zertifizierungsstelle vor Ablauf der ersten zwei Jahre eingereicht werden, auch wenn die Erfahrungszeit noch nicht für die Zertifizierung ausreicht.

5. Antrag auf Erneuerung des Zertifikats

Kopie des aktuellen Sehtests und Antrag auf Erneuerung einreichen.

Es liegt in der Verantwortlichkeit des Zertifikatsinhabers das Verfahren zur Erlangung der Erneuerung einzuleiten. Die Unterlagen für die Erneuerung sind innerhalb sechs Monaten vor Ablauf der Zertifizierung einzureichen. Der Antrag kann frühestens ein halbes Jahr und spätestens ein Tag vor Ablauf des Zertifikats eingereicht werden. Anträge die früher eingereicht werden, können berücksichtigt werden, dies führt aber zur Verkürzung des vorangegangenen Zertifizierungszeitraums. Es gilt der Eingangsstempel der DGZfP.

Als Ausnahme dürfen innerhalb von 12 Monaten nach Ablaufdatum vorgelegte Unterlagen für die Erneuerung berücksichtigt werden, falls die Zertifizierungsstelle dies gestattet. Gründe für die verspätete Antragstellung ist der Zertifizierungsstelle schriftlich mitzuteilen. Nach diesem Zeitraum ist keine Ausnahme mehr zugelassen und dem Kandidaten muss gestattet werden, eine Rezertifizierungsprüfung abzulegen.

6. Antrag auf Rezertifizierung und Anmeldung zur Rezertifizierungsprüfung

Kopie des aktuellen Sehtests und Antrag auf Rezertifizierung und Anmeldung zur Rezertifizierungsprüfung einreichen.

Es liegt in der Verantwortlichkeit des Zertifikatsinhabers das Verfahren zur Erlangung der Rezertifizierung einzuleiten. Die Unterlagen für die Rezertifizierung sind innerhalb neun Monaten vor Ablauf der Zertifizierung einzureichen. Anträge die früher eingereicht werden und Rezertifizierungsprüfungen, die früher abgelegt werden, können berücksichtigt werden, dies führt aber zur Verkürzung des vorangegangenen Zertifizierungszeitraums. Es gilt der Eingangsstempel der DGZfP, bzw. das Prüfungsdatum.

Wenn die Rezertifizierung mehr als 12 Monate nach Ablauf der Gültigkeit beantragt wird, so ist eine vollständige Qualifizierungsprüfung (allgemein, speziell und praktisch) für Stufe 1 und 2 bzw. im Hauptverfahren für Stufe 3 erneut erfolgreich abzulegen.

Wenn die Rezertifizierungsprüfung nach Ablauf des Zertifikats abgelegt wird, ist die Person in dem Zeitraum zwischen Ablauf des Zertifikats und Bestehen der Rezertifizierungsprüfung nicht zertifiziert.

Die Zertifizierung wird ungültig, falls die Person die Rezertifizierungsprüfung vor Ablauf der Zertifizierung ablegt und die Prüfung nicht besteht, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Person die Anforderungen für eine Re- oder Erstzertifizierung erfüllt.

Eine wesentliche Unterbrechung, ein Arbeitgeberwechsel oder der Verstoß gegen die berufsethischen Regeln ist der Zertifizierungsstelle unverzüglich durch die zertifizierte Person und den Arbeitgeber schriftlich mitzuteilen.


Nachweise für die Zulassung zur Prüfung und Zertifizierung

Nachweis der Schulung:

- Teilnahmebescheinigung

• Erhält der Kandidat nach dem Kursus von der Schulungsstätte

• Kopie ist bei Antrag auf Zertifizierung einzureichen

Nachweis der Prüfung:

- Prüfungszeugnis

• Erhält der Kandidat nach bestandener Prüfung von der Zertifizierungsstelle

• Kopie ist bei Antrag auf Zertifizierung einzureichen

Nachweis der zufriedenstellenden Sehfähigkeit:

• Ausgefüllte Sehfähigkeitsbescheinigung

• Ist von einer geeigneten Person auszustellen

• Aktuelle Kopie (nicht älter als ein Jahr) muss vor der Qualifizierungsprüfung bestätigt werden

• Aktuelle Kopie (nicht älter als ein Jahr) ist bei Antrag auf Zertifizierung einzureichen

Nachweis tätigkeitsspezifischer Schulung:

• Ist vom Arbeitgeber zu erstellen und muss zur Zertifizierung nicht eingereicht werden

Nachweis der betrieblichen Prüfungsautorisierung:

• Ist vom Arbeitgeber zu erstellen und muss zur Zertifizierung nicht eingereicht werden

Nachweis der industriellen ZfP-Erfahrung:

a) Angestellte

• Bestätigung durch den Arbeitgeber auf der Anmeldung zur Schulung/Prüfung und im Zertifizierungsantrag

b) Selbstständige und Arbeitslose

• Schriftliche Bescheinigung, die durch eine unabhängige Partei bestätigt wird

   Nachweis Erfahrungszeit (als editierbares PDF )

   Nachweis Beschäftigung (als editierbares PDF )

Nachweis, dass die berufsethischen Regeln befolgt werden:

• Bestätigung durch die zu zertifizierende Person im Zertifizierungsantrag

 Nachweis fortlaufender Tätigkeit ohne wesentliche Unterbrechung:

• Bestätigung durch den Arbeitgeber im Zertifizierungsantrag

Nachweis über fortgesetzte praktische Fähigkeit (Rezertifizierung Stufe 3)

Die praktischen Fähigkeiten müssen durch Belege nachgewiesen werden können. Diese Belege müssen auf dem entsprechenden Formblatt eingetragen und durch den Arbeitgeber oder durch eine vom Arbeitgeber bevollmächtigte Person bestätigt werden. Die Belege müssen nicht eingereicht werden, sie sind beim Arbeitgeber zu archivieren. Sie müssen der DPZ auf Anfrage zugänglich gemacht werden können.

Es sind mindestens fünf (5) Belege zwischen Erneuerung und Rezertifizierung erforderlich. Für jedes Kalenderjahr muss ein (1) Beleg vorliegen, der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Belegen darf vierzehn (14) Monate nicht überschreiten.

Mit den Belegen müssen folgende Tätigkeiten nachgewiesen werden:

a) Geräte einstellen und überprüfen;

b) ZfP-Prüfung durchführen und dokumentieren;

c) Prüfergebnisse auslegen und bewerten.

Alle drei Punkte müssen nachweislich durch den Kandidaten selbst durchgeführt werden. Dies gilt für jedes einzelne Verfahren. Durchgeführte Tätigkeiten in einem Verfahren können nicht für eine Rezertifizierung in einem weiteren Verfahren angerechnet werden.

   Nachweis praktischer Tätigkeit (als editierbares PDF )


Übergangsregeln:

Übergang zwischen DIN EN 473:2008, DIN EN ISO 9712:2005 und DIN EN ISO 9712:2012

Zertifizierungen nach DIN EN 473:2008 und/oder ISO 9712:2005, die vor der Veröffentlichung der DIN EN ISO 9712:2012 erfolgten, bleiben gültig bis zum nächsten, notwendigen Schritt im Zertifizierungsprozess (z. B. Erneuerung oder Rezertifizierung), welcher dann nach der DIN EN ISO 9712:2012 zertifiziert wird.Zertifizierung nach der DIN EN ISO 9712:2012 erfüllt die Anforderungen sowohl der DIN EN 473:2008 als auch der ISO 9712:2005; daher ist jede Forderung für die Zertifizierung nach einer dieser beiden Normen durch die Zertifizierung nach der DIN EN ISO 9712:2012 erfüllt.

Im Sinne der DIN EN ISO 9712:2012 gilt dies auch für gültige DIN EN 473-Zertifikate die vor Anwendung der DIN EN 473:2008 ausgestellt wurden.

Zertifizierung nach DIN EN ISO 9712:2012 von bestandenen DIN EN 473:2008-Prüfungen

Wenn die Erfahrung erst nach der erfolgreichen DIN EN 473:2008-Prüfung gesammelt wird und der Antrag auf Zertifizierung nach der Veröffentlichung der DIN EN ISO 9712:2012 gestellt wird, bleiben die Ergebnisse der Prüfung gültig. Für die Zertifizierung dieser Prüfungen gelten die Anforderungen an die Ausbildung der DIN EN 473:2008.

Wurde die Prüfung der Grundlagenkenntnisse der Stufe 3 nach DIN EN 473 erfolgreich abgelegt, die Prüfung im Hauptverfahren der Stufe 3 erst nach der Veröffentlichung der DIN EN ISO 9712:2012, so gelten für die Zertifizierung die Regeln der DIN EN ISO 9712:2012.

Wiederholungsprüfungen

Qualifizierungs- und Rezertifizierungsprüfungen, die vor der Veröffentlichung der DIN EN ISO 9712:2012 nicht bestanden wurden, können nach der Veröffentlichung unter Anwendung der Vorgaben der DIN EN ISO 9712:2012 wiederholt werden.

Für die Zertifizierung gelten die Anforderungen der DIN EN ISO 9712:2012.

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 14]


Prüfungswiederholung

Qualifizierungsprüfungen Stufe 1, 2 und 3:

  • Prüfungswiederholung zwei (2) mal möglich
  • frühestens nach einem (1) Monat (außer es wird eine spezielle Schulung absolviert) und
  • nicht später als zwei (2) Jahre nach der ursprünglichen Prüfung

Rezertifizierungsprüfungen Stufe 1 und 2:

  • Prüfungswiederholung zwei (2) mal möglich
  • frühestens nach sieben (7) Tagen und
  • innerhalb von sechs (6) Monaten nach dem ersten Versuch der Rezertifizierungsprüfung

Rezertifizierungsprüfungen Stufe 3:

  • Prüfungswiederholung zwei (2) mal möglich
  • frühesten nach einen (1) Tag und
  • innerhalb von zwölf (12) Monaten

Besondere Regelung beim Strukturierten Kreditsystem (nur Stufe 3):

  • Wenn die Anforderungen des Strukturierten Kreditsystems nicht erfüllt werden, dann darf die praktische Prüfung abgelegt werden. Falls der erste Versuch der praktischen Prüfung misslingt, ist nur eine (1) Wiederholung der Prüfung innerhalb von zwölf (12) Monaten nach der Antragstellung erlaubt

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 8.5.2; 11.2.2; 11.3.3 und 11.3.4]


Ausschluss der Kandidaten von Prüfungen

Jeder Kandidat, der während des Prüfungsablaufs die Prüfungsordnung nicht befolgt bzw. Betrugsversuche verübt oder unterstützt, wird von allen weiteren Qualifizierungsprüfungen für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr ausgeschlossen.

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 8.4.3]


Betriebliche Prüfungsautorisierung

Die betriebliche Prüfungsautorisierung ist eine vom Arbeitgeber ausgestellte schriftliche, auf dem Umfang der Zertifizierung basierende Erklärung, die die Person zur Ausführung definierter Aufgaben autorisiert.

Eine derartige Autorisierung kann von der Durchführung tätigkeitsspezifischer Schulungen abhängig sein.

Die tätigkeitsspezifische Schulung ist die Schulung des Zertifikatsinhabers durch den Arbeitgeber (oder seinen Vertreter) in den Aspekten der zerstörungsfreien Prüfung, die spezifisch für die Produkte, die ZfP-Ausrüstung, ZfP Verfahrens-beschreibungen und anwendbare Regelwerke, Normen, Spezifikationen und Verfahrensbeschreibungen sind, und die zur Ausstellung der Autorisierung führt.

In Bezug auf das zertifizierte Personal, das ihm unterstellt sind, ist der Arbeitgeber verantwortlich für alles, was die Autorisierung zur Prüfung betrifft z. B. das Bereitstellen tätigkeitsspezifischer Schulung (sofern nötig) und das Ausstellen einer betrieblichen Autorisierung in schriftlicher Form.

Die Zertifizierung nach der DIN EN ISO 9712 stellt eine Bestätigung der allgemeinen Kompetenz des ZfP-Prüfers dar. Sie ist in keinem Fall eine betriebliche Autorisierung, da dies die Verantwortlichkeit des Arbeitgebers ist, und der zertifizierte Angestellte zusätzliche Spezialkenntnisse z. B. über Gerätschaften, ZfP-Verfahrensbeschreibungen, Materialien und Produkte, die spezifisch für den Arbeitgeber sind, benötigt.

Wenn in gesetzlichen Vorgaben und Regelwerken gefordert, muss die betriebliche Autorisierung in schriftlicher Form in Übereinstimmung mit der Qualitätsanweisung, die jedwede Anforderung des Arbeitgebers an tätigkeitsspezifische Schulung und Prüfung beschreibt, die dazu dienen, die Kenntnisse des Zertifikatsinhabers über relevante Industrieregelwerke, Normen, ZfP-Verfahrensbeschreibungen, Geräte und Zulassungskriterien für die zu prüfenden Produkte zu bestätigen, erfolgen.

Muster für die betriebliche Prüfungsautorisierung:

Informationen zur Prüfungsautorisierung (PDF)

Nachweisführung zur Autorisierung durch den Arbeitgeber (DOCX)

Autorisierung zur Ausführung von ZfP-Prüfungen (DOCX)

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 3.13; 3.21; 5.5.3 und 5.5.5]


Fortlaufende Tätigkeit

In Bezug auf das zertifizierte Personal, das ihm unterstellt ist, ist der Arbeitgeber verantwortlich für die Bestätigung fortlaufender Tätigkeit in der Anwendung des ZfP-Verfahrens ohne wesentliche Unterbrechung.

Vor Vollendung der ersten Gültigkeitsdauer und alle 10 Jahre danach darf die Zertifizierung durch die Zertifizierungsstelle für eine weitere Gültigkeitsdauer von 5 Jahren erneuert werden, gegen Vorlage eines überprüfbaren Nachweises fortlaufender, zufriedenstellender Berufstätigkeit ohne wesentliche Unterbrechung in dem Verfahren und dem Sektor, für das die Zertifikatserneuerung beantragt wird.

Die Zertifizierungsstelle oder ihre autorisierte Qualifizierungsstelle muss eine personenbezogene Dokumentation für jede zertifizierte Person und für jede Person, deren Zertifizierung abgelaufen ist, bereithalten. Diese Dokumentation muss Erneuerungs- und Rezertifizierungsunterlagen, einschließlich der Nachweise für Sehfähigkeit und fortgesetzter Tätigkeit enthalten.

Muster für die Bestätigung fortlaufender Tätigkeit:

Nachweis fortlaufender Tätigkeit (editierbares PDF)

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 5.5.3 e); 10 b) und 12 c) 4)]


Qualifizierte Aufsicht

Die qualifizierte Aufsicht ist die Beaufsichtigung von Kandidaten beim Erwerb von Erfahrung durch ZfP-Personal, das in demselben Verfahren zertifiziert ist oder durch Personal, das nach Meinung der Zertifizierungsstelle die Kenntnisse, Fertigkeiten, Schulung und Erfahrung besitzt, die zur korrekten Durchführung einer solchen Beaufsichtigung notwendig sind.

Die „qualifizierte Aufsicht“ kann erfolgen durch ZfP-Personal, das in demselben Verfahren zertifiziert ist oder durch Personal, das die Kenntnisse, Fertigkeiten, Schulung und Erfahrung besitzt, die zur korrekten Durchführung einer solchen Beaufsichtigung notwendig sind. Das können Meister, Lehrpersonal, Ingenieure oder Prüfaufsichten sein.

Beaufsichtigung ist die Ausführung der Leitung der Durchführung von ZfP, die durch anderes ZfP-Personal ausgeführt wird, einschließlich der Kontrolle der Tätigkeiten, die die Vorbereitung der Prüfung, die Durchführung der Prüfung und die Dokumentation der Ergebnisse umfassen.

Kandidaten, entweder angestellt, selbständig oder arbeitslos, müssen einen überprüfbaren Nachweis vorlegen, dass sie die benötigte Erfahrung unter qualifizierter Aufsicht erworben haben.

Die industrielle Erfahrung ist unter qualifizierter Aufsicht in der Anwendung des ZfP-Verfahrens in dem betroffenen Sektor gewonnene Erfahrung, die von der Zertifizierungsstelle akzeptiert wird, und die notwendig ist, um die Fertigkeiten und Kenntnisse zur Erfüllung der Qualifizierungsvorgaben zu erwerben.

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 3.11; 3.25; 3.32 und 5.6]


Erfahrungszeit vor der Qualifizierungsprüfung

Nach den Regeln der DGZfP-Personalzertifizierungsstelle (DPZ) müssen die Kursusteilnehmer vor Beginn der Veranstaltung eine Mindesterfahrungszeit nachweisen.Diese beträgt 10% der nach DIN EN ISO 9712 geforderten Gesamt-Erfahrungszeiten gemäß folgender Tabelle:

ZfP-Verfahren 10 % der Erfahrungszeit
Stufe 1 Stufe 2bei Zugangals Stufe-1-Prüfer Stufe 2bei Direktzugang

Stufe 3(DQR/EQR a ≥ Stufe 6)

Stufe 3(DQR/EQR a  < Stufe 6)

 Tage

 Tage

 Tage

 Tage

 Tage

 

MT, PT, VT,

DR (Stufe 1 und 2)

3 7 10 26 52

AT, ET, LT, RT, RI, TT, UT

7 19 26 38 76

1 Monat = 21 Tage im Durchschnitt

1 Tag = voller Arbeitstag gemäß tariflicher Regelarbeitszeit

a  DQR: Deutscher Qualifikationsrahmen   

   EQR: Europäischer Qualifikationsrahmen

[siehe auch DIN EN ISO 9712:2012-12; 7.3.1, 3. Absatz]


Inhalt der Erfahrungszeit

Die industrielle Erfahrung ist unter „qualifizierter Aufsicht“ in der Anwendung des ZfP-Verfahrens in dem betroffenen Sektor gewonnene Erfahrung.

Die „qualifizierte Aufsicht“ kann erfolgen durch ZfP-Personal, das in demselben Verfahren zertifiziert ist oder durch Personal, das die Kenntnisse, Fertigkeiten, Schulung und Erfahrung besitzt, die zur korrekten Durchführung einer solchen Beaufsichtigung notwendig sind. Das können Meister, Lehrpersonal, Ingenieure oder Prüfaufsichten sein.

Mit Beginn des Kurses der Stufe 1 sollten die Teilnehmer über folgende Kenntnisse verfügen, die sie im Rahmen der Mindesterfahrungszeit erworben haben:

Rolle der zerstörungsfreien Prüfung im betrieblichen Produktions- oder Wartungsprozess:

  • Welche Objekte werden geprüft?
  • Welche technischen Eigenschaften haben die Prüfobjekte?
  • Warum werden diese geprüft?
  • Welche Fehlerarten können auftreten?

Eine Teilnahme an einer zerstörungsfreien Prüfung in der betrieblichen Anwendung ist wünschenswert.


Selbstständige und Arbeitslose

Selbstständige müssen die gesamte Verantwortung übernehmen, die dem Arbeitgeber zugeschrieben ist.

Wenn der Kandidat arbeitslos oder aber selbstständig ist, muss die Erklärung zur Ausbildung, Schulung und Erfahrung durch mindestens eine unabhängige Partei bestätigt werden, die von der Zertifizierungsstelle akzeptiert wird.

   Nachweis Erfahrungszeit (als editierbares PDF )

   Nachweis Beschäftigung (als editierbares PDF )

Kandidaten, entweder angestellt, selbständig oder arbeitslos, müssen:

a) einen überprüfbaren, schriftlichen Nachweis (Teilnahmebescheinigung) über die zufriedenstellend abgeschlossene Schulung vorlegen;

b) einen überprüfbaren Nachweis vorlegen, dass sie die benötigte Erfahrung unter qualifizierter Aufsicht erworben haben;

c) einen schriftlichen Nachweis über die Sehfähigkeit vorlegen, der den Anforderungen der DIN EN ISO 9712 genügt;

d) die von der Zertifizierungsstelle veröffentlichten berufsethischen Regeln befolgen.


Wesentliche Unterbrechung

Eine wesentliche Unterbrechung ist das Fehlen oder der Wechsel in der Tätigkeit, welches/welcher die zertifizierte Person daran hindert, für einen zusammenhängenden Abschnitt von mehr als einem Jahr oder für zwei oder mehr Abschnitte mit einer Gesamtzeit von zwei Jahren in der Stufe, dem Verfahren und dem/die Sektor(en) für die sie zertifiziert ist, die entsprechenden Aufgaben auszuführen.

Gesetzliche Urlaubstage oder Krankheitstage oder Schulungen von weniger als 30 Tagen werden bei der Berechnung der Unterbrechung nicht berücksichtigt.

Der Arbeitgeber ist verantwortlich für die Bestätigung fortlaufender Tätigkeit in der Anwendung des ZfP-Verfahrens ohne wesentliche Unterbrechung.

Das Zertifikat wird ungültig, falls eine wesentliche Unterbrechung in dem Verfahren eintritt, für das die Person zertifiziert ist.

Für die Verlängerung einer Zertifizierung nach einer wesentlichen Unterbrechung muss die Person eine Rezertifizierungsprüfung bestehen. Die Zertifizierung wird nach der bestandenen Rezertifizierungsprüfung für eine neue Gültigkeitsdauer von 5 Jahren bestätigt.

Elternzeit wird als „wesentliche Unterbrechung“ nach EN ISO 9712:2012 angesehen, wenn sie zusammenhängend mehr als 365 Tage oder für zwei oder mehr Zeitabschnitte 730 Tage (zwei Jahre) übersteigt.

Im Zusammenhang mit der „wesentlichen Unterbrechung“ ist in der Norm nicht definiert, wie viele Tage eine Arbeitswoche hat und wie viele Stunden einem Arbeitstag entsprechen. Einzig im Zusammenhang mit der industriellen ZfP-Erfahrung gibt es den Hinweis auf die nominelle 40 Stunden-Woche oder die gesetzliche Wochenarbeitszeit, wobei die nationale als auch internationale gesetzliche Wochenarbeitszeit variiert.

Bezugnehmend auf das Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz - BEEG), § 15, Abs. 7 hat die DGZfP-Personalzertifizierungsstelle (DPZ) festgelegt, dass Teilzeit bzw. Kurzarbeit keine wesentliche Unterbrechung darstellt, wenn der Umfang der Wochenstunden zwischen 15 und 30 Stunden liegt. Bei einer Wochenarbeitszeit von unter 15 Stunden ist von einer wesentlichen Unterbrechung auszugehen.


 

Alle Antragsformulare können bei folgender Adresse anfordert werden:

   DGZfP-Personalzertifizierungsstelle   

   Max-Planck-Str. 6  

   12489 Berlin

   Tel.: 030 67807-141   

   Fax: 030 67807-149   

   http://www.dgzfp.de/dpz

Die Normen DIN EN ISO 9712 und DIN EN ISO/IEC 17024 sowie die Richtlinie 97/23/EG (Druckgeräte) können beim Beuth-Verlag in Berlin bestellt werden.